DEEN

Fantasia

Souvenirmagazine

USA

1940

Fantasia war der dritte abendfüllende Zeichentrickfilm der Walt Disney Studios. Disney scheute weder Kosten noch Mühen, um dem Publikum ein in jeder Hinsicht aussergewöhnliches und einmaliges Filmerlebnis bieten zu können. Zu klassischer Musik von unter anderem Beethoven, Tschaikowski und Strawinsky zeigte Fantasia Bildergeschichten  ganz im Stil der Silly Symphonies - es gab keine sprechende Charaktere, bis auf einen Kommentator, der die einzelnen Kapitel dieses Episodenfilmes ankündigte. Die eigens für den Film entwickelte Fantasound-Technik war das erste Mehrkanal-Tonverfahren. Dieses konnte jedoch nur in insgesamt zwölf Kinos wiedergegeben werden - zu teuer waren die Anschaffungskosten von mindestens siebzig Lautsprechern. Fantasia konnte die hohen Erwartungen Walt Disneys bei der ersten Kinoauswertung nicht annähernd erfüllen - man hatte nicht den erhofften Meilenstein der Filmgeschichte produziert, sondern einen Riesenflop. Erst die Hippie-Bewegung der 1960er Jahre entdeckte den Film neu und konsumierte die farbenfrohe Disney-Produktion zu LSD und Haschisch... was das Unternehmen 1969 zu einer Zweitverwertung in den Lichtspielhäusern inspirierte.

Disneys Perfektionismus ist auch deutlich in den Publikationen zu Fantasia anzusehen. Das amerikanische Souvenirmagazin bietet eine wundervolle Aufmachung ganz in der Machart von Theater-Programmheften. Jedes Kapitel erläutert eine Episode des Filmes, liefert Listen der daran beteiligten Personen und ist mit Produktionsskizzen angereichert. Da Fantasia eigentlich jedes Jahr mit neuen Musikstücken versehen aufgeführt werden sollte, fehlt auch nicht der Hinweis «From time to time the order and selection of compositions on this program may be changed.»... Programmänderungen sind jederzeit möglich!

 

 

 

 

 

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