MC: Wie startete das Fangoria Weekend of Horrors?
AT: Nun, schon sehr bald nach meinem Einstieg bei Fangoria kümmerte ich mich um die Conventions, weil ich die Cons selbst als Fan besucht habe, bevor ich hier anfing. Die erste Fango Convention war 1984, ich organisierte die Shows dann seit Ende '85 / Anfang '86. Ich war sehr stark involviert beim Produzieren und Besuchen der Cons, beim Buchen der Gast-Stars, und tat alles, um eine große Show zu veranstalten.
MC: Wie schwer ist es, Genre-Profis für das Fangoria Weekend of Horrors zu gewinnen? Nach welchen Kriterien wählst Du sie Jahr für Jahr aus?
AT: Ich versuche Leute an Bord zu holen, welche die Fans noch nicht gesehen haben. Das ist gewöhnlich das grosse Ziel. Einen Gast zu präsentieren, den Du noch auf keiner anderen Horror Convention gesehen hast. Einen Quentin Tarantino oder einen Jack Nicholson oder Kenneth Branagh zu gewinnen, halt coole Leute. Guillermo Del Toro. Sie wollen bei den Conventions mitmachen, weil das Magazin ihre Filme unterstützt. Sie möchten die Fans und die Presse höchstpersönlich treffen und ihre neuen Filme dort promoten. Ich bin zum Glück in der Lage, fast alle meiner gewünschten Personen auch für die Fangoria-Shows zu gewinnen, weil ich täglich mit ihnen bei der Print-Ausgabe arbeite und sie so die Leute treffen können, die sie in den Kinos unterstützen. Conventions sind ein grossartiger Ort für so etwas.
MC: Das Fangoria Weekend of Horrors findet an beiden Küsten statt. Gibt es Unterschiede zwischen den New Yorker und den kalifornischen Shows?
AT: Ja, die gibt es durchaus. Bei den Shows in LA hast Du manchmal genau soviel Prominenz im Publikum wie auf der Bühne. Weisst Du, hier ist die Stadt, wo die Filme gemacht werden. Viele Leute kommen zu uns, nur um sich ein wenig die Zeit zu vertreiben, auch wenn sie nicht auf der Bühne sprechen. Es ist nicht ungewöhnlich in Los Angeles, wenn Du John Landis oder Quentin Tarantino zwischen den Verkaufsständen der Börse siehst. Das schafft immer eine besonders aufregende Atmosphäre. Doch die Fans in LA sind es bereits gewohnt, diesen Personen im Supermarkt über den Weg zu laufen.Doch wenn Du Ron Perlman von Hellboy nach New York bringst, wird die Veranstaltung zu einem richtigen Event und die Fans rasten aus. Für sie ist es etwas ganz Besonderes, wenn diese Leute ihre Stadt besuchen.
MC: In den vergangenen Jahren fanden die New Yorker Shows immer wieder an verschiedenen Orten statt. Was war der Grund für das Zusammenlegen der letzten Fango Convention mit der Chiller Theater Convention?
AT: Chiller startete als Konkurrenz der Fangoria-Shows. Kevin Clement war viele Jahre zuvor ein Verkäufer bei den Fangoria-Shows. Er rief seine eigene Con ins Leben und sie war eine andere Art von Show, doch sie wuchs und wuchs und wurde grösser und grösser. Ich ging zu meiner ersten Chiller-Show und ich konnte die Besucherzahlen einfach nicht fassen. Bei der Fangoria Convention dagegen bemerkte man einen kleinen Rückgang des Interesses. Sie war einfach nicht mehr so gross wie sonst. So entschlossen wir uns, die Partner zu wechseln und mehr Leute zu erreichen und wir glauben, bei der ersten gemeinsamen Show mit Chiller hatten wir dreimal mehr Besucher wie mit dem vorherigen Convention-Partner Creation. Das Experiment hat funktioniert und wir waren sehr glücklich mit der Menge der Fans. Die Conventions sind sehr wichtig für uns, weil wir dort das Magazin sowie unsere Video- und Filmprojekte promoten. Je mehr Leute da sind, umso besser.
MC: Du hast geholfen, Veranstaltungen in Mailand und das Fantasia Fest in Montreal ins Leben zu rufen. Wie hast du es geschafft, diese anderen Fangoria-Events zu planen? Was waren Deine Erfahrungen dabei?
AT: Nun, sie unterscheiden sich von den Conventions, da es sich um Filmfestivals handelt. Das Mitwirken ist hier sehr spannend, weil es immer sehr aufregend ist, viele dieser Filme auf der grossen Leinwand zu sehen. Solche Filme werden oft nicht in den grossen Kinos aufgeführt, deshalb besuchst Du ein Festival wie Fantasia in Montreal oder die Festivals in Spanien und es ist verblüffend, jene Filme in diesem Format geniessen zu können und nicht zuhause auf Video. Hier hast Du die Chance, einen Film vor allen anderen zu entdecken. Fantasia führte erstmals in Nordamerika das japanische Ring-Original auf. Letzten Sommer hatten sie Dead End und Undead. Filme, die bisher noch nicht einmal auf Video erschienen sind. Es ist ein grossartiger Ort, um die Begeisterung der Fans für kommende Filme zu erleben. Die Zusammenarbeit mit den Studios, um die Filme vor Hunderten von Fans zu präsentieren und Ihnen damit die Möglichkeit zu geben die Filme so zu sehen wie die Beteiligten sich das gedacht hatten, macht viel Spaß.

MC: In den frühen 90ern produzierte Fangoria eine Reihe von Filmen: Mindwarp (Brain Slasher), Children of the Night und Severed Ties (The Thing - Gene ausser Kontrolle). Wie kam es zu diesen Projekten? Kannst Du und etwas über Fangorias erste Erfahrungen auf diesem Gebiet berichten?
AT: Ja, die ersten drei Filme drehten wir in den späten 80ern und 1990 für Columbia Tristar. Sie finanzierten die Filme und der erste davon war Mindwarp, ein Sci-Fi/Horrorfilm mit Bruce Campbell und Angus Scrimm. Der zweite nannte sich Children of the Night und zeigte Peter DeLuise, Ami Dolenz, Karen Black. Und der dritte hieß Severed Ties, mit Elke Sommer und Oliver Reed. Sie entstanden für jeweils etwas mehr wie eine Million Dollar. Sie wurden sofort auf Video veröffentlicht und auch im Sci-Fi Channel gezeigt. Außerdem wurden sie auf Festivals rund um die Welt aufgeführt. Und sie taten das, was sie tun sollten. Ungefähr acht Jahre, nachdem wir mit dem Produzieren einiger Filme begannen, überlegten wir uns, ein eigenes Label zu gründen, um fortan die Filme anderer Personen zu veröffentlichen. Es passte alles zusammen. Wir schlossen eine Partnerschaft mit Delta Entertainment und der Kreis schloss sich. Weil die Videos so gut liefen, begannen wir wieder mit dem Produzieren eigener Filme. Dort stehen wir heute. Wir haben einige Vereinbarungen mit anderen Unternehmen, um Horrorstreifen unter dem Namen Fangoria zu produzieren. Außerdem bringen wir The Last Horror Movie, unseren ersten Kinofilm, heraus. Er spielt auf Festivals in San Francisco, Philadelphia. Wir werden diesen Sommer einige Lichtspielhäuser buchen und auch auf der Fantasia wird der Film zu sehen sein. Außerdem wird er im April beim Philadelphia International Festival gezeigt. Der Film ist draussen und nun streben wir eine kleine Programmkino-Veröffentlichung an, etwa so wie es bei Bubba Ho-Tep geschehen ist.
MC: Hast Du Bubby Ho-Tep schon gesehen?
AT: Klar. Ich liebe Bubba Ho-Tep. Es war einer meiner Horrorfavoriten, beziehungsweise Filmfavoriten, im letzten Jahr.
MC: Kannst Du uns etwas über Sick in the Head, den neuen Fango-Film von Frank Henenlotter, erzählen?
AT: Yep. Er wird das Drehbuch verfassen und Regie führen. Der Film sollte bereits letztes Jahr in Produktion gehen, doch einer der Geldgeber fiel in letzter Minute aus und nun versuchen wir natürlich, das letzte Stück des finanziellen Puzzles zusammenzufügen. Es hat etwas von einem Ringkampf, weil der Film wirklich extrem werden wird, aber es ist ein grossartiges Skript. Die Leuten mögen es wirklich. Eli Roth liebt es und hat ebenfalls versucht, den Film für seine Firma zu produzieren. Wir versuchen nun, die letzten Dollar zusammenzubekommen, so daß wir starten können, hoffentlich klappt es noch in diesem Jahr.
MC: Hast Du Lieblingsfilme unter den Fango-Filmen, die bisher auf DVD erschienen sind? Ich weiß, daß Slashers unter den Fans ein echter Favorit ist?
AT: Yea, wir hatten eine wirklich grossartige Kampagne für den Film und es sieht ganz so aus, als hätten wir seit Angel of the Night, einem Vampirfilm, den grössten Erfolg. Das war unser «Big Seller» vor Slashers. Ich denke, von allen Filmen ist Eternal Blood wahrscheinlich der beste. Den mag ich am liebsten. Ich würde sagen, der mit dem größten Anspruch ist Dead Creatures. Den habe ich auch sehr gerne. Und Angel of the Night ist eine lustige Vampir-Balgerei. Another Heaven war unser erster Anlauf, einen japanischen Horrorfilm zu inszenieren, und ich halte ihn für einen guten japanischen Horrorfilm. Wir waren sehr zufrieden mit dem Film. Nichts verlässt das Fangoria-Label, was nicht von mir persönlich abgesegnet wurde... wenn ich den Film nicht mag, verlässt er nicht das Haus. Jeder der Filme muss mir gefallen und bis jetzt war ich auf alle unserer Releases stolz.
MC: Vielen Dank für dieses ausführliche Interview, Tony.
AT: OK, jederzeit wieder. Ich versuche, jeden Tag einmal auf Eurer Webseite vorbeizuschauen, um zu sehen, was Ihr Jungs wieder Neues zu bieten habt.
Dieses Interview erschien zuerst auf der Webseite
Icons of Fright. Wir veröffentlichen den Text mit freundlicher Genehmigung von Michael Cucinotta. Den englischen Originaltext können sie hier finden. Die Übersetzung ins Deutsche erfolgte durch Sven Pyczak und Christian Lorenz.
Mein Mad Mags
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