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Dark Palace - Das Logo des Fanzines

HD: Wie erfolgte der Umstieg vom Fanzine-Herausgeber zum Buchautoren?

TD: Das hatte erstaunlich wenig miteinander zu tun. Beim Gong bekam ich viel Kontakt zu Sendern und Verlagen. Irgendwann wollte der vgs-Verlag ein paar Babylon 5-Bücher für den deutschen Markt übersetzen lassen, und Dirk Bartholomä (Chef des größten deutschen Trek-Fanclubs) verwies den Verlag an mich, weil ich ein echter Fiver der ersten Stunde war. So kam ich zu den Übersetzungen. Nach ein paar gut gelaufenen Büchern machte ich dann Vorschläge, was ich alles selber schreiben könnte. Und dann verselbstständigte sich die Sache irgendwie. Mit Übersetzungen und TV-Adaptionen habe ich ungefähr vierzig Bücher auf dem Buckel (ich habe nie gezählt).

HD: Nach Dark Palace hast Du drei TV-Serien Guides für den Heel-Verlag geschrieben. Ich und viele Leute waren sehr davon angetan. Leider hast weder Du noch der Verlag diese Serie fortgesetzt. Warum?

TD: Das ist ein komplexes Thema mit mehreren Ebenen. Heel hat nach ein paar Jahren aus wirtschaftlichen Gründen die Kosten immer weiter eingeschränkt - kein ordentliches Lektorat mehr (in meinem zweiten TV-Guide bricht das Vorwort im Satz ab!), schlechteres Layout, und immer weniger Honorar. Sukzessive wurden die professionelleren Autoren durch Fan-Schreiber ersetzt, die für ein Appel und ein Ei froh waren, ihren Namen auf einem Cover zu sehen. Auf diese Ebene wollte ich nicht mehr runter (ich war damals schon fünf Jahre beim Gong als Redakteur gewesen). Außerdem waren die TV Guides eine höllische Menge Arbeit, da man Hunderte von TV-Episoden teilweise granatenschlechter Serien (Baywatch Nights, Deadly Games, etc.) anschauen musste. Und im Zeitalter des aufkommenden Internets fand ich die Arbeit dann auch fast schon überflüssig (Webseiten können bei Episodenführern einfach aktueller sein). Letztlich - ich habe mir geschworen, immer voran zu gehen, niemals jahrelang dasselbe zu machen. Nach drei TV Guides war es Zeit...

HD: War beziehungsweise ist es schwierig einen Verlag für Deine Ideen zu finden?

TD: Es ist heute schwieriger als in der Boom-Zeit Mitte/Ende der 90er. Es ist nicht mehr soviel Geld da, die Verlage sparen, fusionieren, implodieren. Mir tun meine Kollegen leid, die von ihren Büchern leben müssen. Aber ich habe durch meinen Hauptberuf (Gong, dann ProSieben, dann Tandem Communications) ein ganz gutes Auge dafür, was der Markt will. Und da ich mich relativ gut präsentieren kann, liegt meine Trefferquote erfreulich hoch. Ich habe eigentlich immer mehr Aufträge, als ich bewältigen kann (toi toi toi).

HD: Es folgte ein Buch über die Serie Spacecenter Babylon 5. Ich habe den Eindruck, dass Dir sehr viel an der Serie gelegen ist.

Die Dewi-RomaneTD: Babylon 5. Ach ja. Da werden Erinnerungen wach. Der erste Bericht in der Starlog. Dann die Kassette aus den USA (im selben Paket wie der Pilot zu Deep Space Nine). Ich war schon nach dem Pilotfilm hin und weg. So muss TV-SF sein. Komplex, aber spannend, intelligent, aber unterhaltsam. Die Schwäche in den CGI-Effekten war mir immer wurscht. Ich war ja auch schon seit Captain Power ein Fan von JMS (J. Michael Straczynski) gewesen (den ich dann während der Dreharbeiten zu Crusade auch einmal im Studio besuchen durfte). Aber es ist wichtig, nicht der Vergangenheit nachzuhängen - B5 ist jetzt schon lange her, es gibt neue Favoriten, und es verlangt hoffentlich niemand von mir, dass ich JMS Crusade und Legend Of The Rangers verzeihe...

HD: Hast Du jemals J. Michael Strasczynski oder einen der Darsteller persönlich kennen gelernt?

TD: Wie oben erwähnt, war ich im Studio. John Copeland und JMS haben sich nett mit mir unterhalten, und ich wurde auch dem Production Designer John Iacovelli vorgestellt. In der selben Woche habe ich den Produzenten George Johnson kennen gelernt, der schon zu Treshold Entertainment abgewandert war. Bei einer desaströsen Convention habe ich 1996 einige Zeit mit Claudia Christian und dem vergötterungswürdigen Peter Jurasik verbracht.

HD: Wie waren die denn so?

TD: Claudia Christian - kein Kommentar. Davon würde ich Magengeschwüre bekommen. Peter Jurasik kann ich nicht ausgiebig genug preisen, er und seine Frau Barbara sind sicher die nettesten Amerikaner, die mir je untergekommen sind. Außerhalb von B5 habe ich über die Jahre viele größere, kleinere, und Möchtegern-Stars kennen gelernt. Auf der Positiv-Liste stehen Dolph Lundgren, George Takei, George Clooney, Bill Maher (samt seiner beiden Prostituierten), Pamela Anderson, Katey Sagal, Don Bluth und Brent Friedman. Auf der Negativ-Liste befinden sich Monsieur Van Damme, Patrick Stewart, David Hasselhoff, Gates McFadden, und William Hurt. Aber man sollte fair bleiben - auch Stars haben mal schlechte Tage, und vielleicht habe ich die genannten an einem solchen erwischt.

HD: Hast Du ein paar Anekdoten über Schauspieler, die Du kennen gelernt hast parat?

TD: Hhhhmmmmm. Als ich wegen der katastrophal laufenden Convention in der Hotelbar fast in meinen Whisky geheult habe, kam Peter Jurasik, nahm mich in den Arm, und sagte: "Keine Sorge, jetzt bin ich da - sag' mir nur, was ich tun soll, und wir werden das schon schaffen." In einem Aufzug in Beverly Hills haben mir die Zwillinge aus Sister, Sister eine hammerharte R&B-Nummer vorgesungen (naja, nicht mir, sie fühlten sich in dem Lift anscheinend unbeobachtet). David Hasselhoff ist ehrlich verwundert, dass große Regisseure wie Scorsese und Coppola ihn nicht anrufen. Ich bin in einem Luxus-Restaurant mal über die (nackten) Füße von Seal gestolpert, und als mir bei einer Premiere Gina Wild vorgestellt wurde, platzte mir auf ihr "Hallo, ich bin die Gina" heraus: "Das ist kaum zu übersehen."

HD: Köstlich. Wie wäre es mit einigen Zugaben über Regisseure und Produzenten die Du kennst.

TD: Wolfgang Petersen hat Pause bei Der perfekte Sturm gemacht, als ich und meine Chefin aufgetaucht sind (wir haben damals an einem Projekt mit ihm gearbeitet). Er hat uns eine Super-Tour des Studios gegeben, inklusive Space Cowboys, den Clint Eastwood gerade nebenan drehte. Als ich im Produktionsbüro von Der Wüstenplanet in Prag die tollen, poster-großen Zeichnungen bewunderte, meinte der Production Designer Kreka nur: "Kannst mitnehmen, soviel du tragen kannst. Ich brauche die sowieso nicht mehr". Was ich mir nicht zweimal habe sagen lassen...

HD: Du schreibst mittlerweile auch Romane zu Serien wie Charmed. Wie läuft das in etwa ab?

TD: Zuerst einmal gab es wegen des massiven Fan-Interesses sogenannte Novelization, also Romane, die bloß Episoden nacherzählten. Sowas macht Spaß, geht schnell, und belastet die grauen Zellen nicht zu sehr (ich muss allerdings bei Alyssa Milanos Charakter immer darauf achten, ihre körperlichen Vorzüge nicht zu detailliert zu beschreiben, nur weil es meinen eigenen Vorlieben entgegen kommt). Als dann auch die Episodenromane reißenden Absatz fanden, schlug ich vor, es mal mit ganz neuen Geschichten zu probieren. Unglaublich - die Entwürfe dafür müssen in den USA von Produzent Aaron Spelling persönlich abgesegnet werden! Ganz neue Storys zu schreiben ist härtere Arbeit, als man meinen sollte - zumindest härter als ein Drehbuch. Dafür freue ich mich immer wieder, wenn ich positive Kritiken bei Amazon lese. Einen Relic Hunter habe ich auch geschrieben - aber der ist nicht gut gelaufen, weil auch die Serie kein Hit war. Win some, lose some.

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