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Das komplette Logo des Pegasus-Filmprogramms

CL: Wie lange dauert die Fertigstellung eines Filmprogrammes?

RK: Der Fertigstellungszeitraum eines Filmprogramms ist sehr unterschiedlich. In der Regel dauert es zwei bis drei Monate, in denen intensiv an dem Heft gearbeitet wird. Manche Programme wie Patton oder Die Klapperschlange haben weit über Jahr benötigt, teilweise weil die Materialbeschaffung äußerst schwierig war.

CL: Die Texte einiger Programmhefte basieren weitgehend auf den Informationen der offiziellen Presse-Veröffentlichungen. Warum verzichtest Du bei manchen Ausgaben auf «eigene» Texte?

RK: Grundsätzlich versuche ich bei allen Programmen neue und exklusive Texte zu verwenden. Das erweist sich mitunter schwieriger als man denkt, so dass manchmal auch Pressetexte für die Hintergrundberichte benutzt werden. So oder so, ein Filmprogramm gänzlich ohne eigene Texte und etwas Individualismus gab es nie und wird es auch nie geben. Denn dann könnte ich auch die Pressehefte verkaufen und müsste mir keine Arbeit mehr mit dem Gestalten der Filmprogramme machen.

CL: Wie ist die Unterstützung seitens der Filmverleiher? Bekommst Du von dieser Seite Material zur Verfügung gestellt?

RK: Ich werde mit Pressematerial versorgt. Das reicht mir. Die Verleiher auf der Gegenseite sehen das sicherlich genauso, denn einen großen Werbeeffekt kann ich mit meinen geringen Auflagen nicht erzielen. «Erschwerend» kommt hinzu, dass viele Programme, die ich herausbringe, zu älteren Filmen sind. Demnach habe ich dann mit dem Kinostart und somit mit dem Verleiher gar nix am Hut.

Und weil jetzt sicherlich die Frage kommen würde: Warum machst Du nicht mehr Filmprogramme zu aktuellen Kinofilmen, wie es das «klassische» Filmprogramm vorsieht? Die Antwort ist einfach: keine Zeit! Wie bereits erwähnt, benötige ich gut zwei bis drei Monate bis zur Fertigstellung eines Programms. Da selbst die Pressevorführungen mitunter erst zwei Wochen vor Kinostart stattfinden, ist es einfach ein Ding der Unmöglichkeit noch ein Programm auf die Schnelle herauszubringen. Da die Zeitfenster für die Kinoverwertung auch immer kürzer werden, schaffen es viele Filme auch nicht einmal die zwei Monate im Kino zu «überleben».

CL: Das Filmprogramm von Planet der Affen hat eine sehr kleine Auflage von 100 Exemplaren. Sind diese Programme schnell vergriffen oder werden sie bei Bedarf einfach nachgedruckt?

RK: Ich mache bewusst niedrige Startauflagen von 100 bis 200 Stück. Wenn sich dann die Auflage schnell verkaufen lässt, ist eine Neuauflage auch kein Problem. Andersherum ist das Risiko ist einfach zu groß. Kommen wir wieder auf das Beispiel von Brubaker zurück, trotz einer geringen Startauflage von 100 Stück hat der Abverkauf fünf Jahre gedauert. Die erste Auflage von Freddy vs. Jason mit 250 Exemplaren war innerhalb von vier Wochen ausverkauft. Verrückt... ist aber so.

CL: Was war bis jetzt das erfolgreichste, beziehungsweise auflagenstärkste, Filmprogrammheft der Pegasus-Reihe?

RK: Das war eindeutig Dawn of the Dead von Romero. Ich hatte innerhalb von nicht einmal vier Jahren ebenso viele Auflagen mit immer höheren Seitenumfang herausgebracht. Insgesamt beträgt die Gesamtauflage allerdings auch nur 850 Stück. Die höchste Startauflage hatte dagegen Predator mit 500 Stück, welches damals als einziges Heft im Offset gedruckt wurde.

Previews

CL: Filmprogramme sind zu Zeiten des Internets nicht mehr so gefragt, wie sie es früher waren. In den Kinos sieht man sie eigentlich überhaupt nicht mehr. Werden sie so langsam ganz verschwinden?

RK: Filmprogramme erliegen leider dem gleichen Schicksal wie alle anderen Print-Medien, wie beispielsweise auch Tageszeitungen, Zeitschriften und Bücher... die Nachfrage ist rückläufig. Die goldenen Zeiten des Filmprogramms waren schon längst vorbei, als ich erst einmal damit begann, Filmprogramme herauszubringen. Was noch erschwerend hinzukam, war der triumphale Durchbruch der DVD vor gut 10 Jahren. Erstmals war es möglich neben dem Film noch etliche Specials in Form von Hintergrundinformationen und Audiokommentaren zu veröffentlichen. D.h. der Bedarf an zusätzlichen Informationen durch «Making of»-Bücher oder Filmprogramme ist ebenfalls nicht mehr groß vorhanden.

CL: Zu welchen Filmen möchtest Du in naher Zukunft noch Filmprogramme herausgeben?

RK: Mir schweben noch unendlich viele Titel durch den Kopf, die ich gerne alle zu Papier bringen möchte. Leider muss ich aber auch immer wieder abwägen, ob der Titel auch anschließend verkauft werden kann. Denn auf Dauer nützt es mir nichts, wenn ich einen Wunschtitel nach dem anderen herausgebe und sich die Kartons mit dem Heften bei mir stapeln, da sie keiner kaufen will. Solche finanzielle Super-GAUs kann man sich nur einmal leisten. Auf jeden Fall stehen noch folgende Titel in nächster Zeit an: Hellraiser, Die Höllenfahrt der Poseidon, sowie einer meiner absoluten Lieblingsfilme: Der Pate.

CL: Wird es im Pegasus-Verlag auch andere Publikationen geben, etwa Bücher?

RK: Das Pegasus-Filmprogramm war ursprünglich als ein Baustein eines größeren Verlagsprojekts gedacht. Allerdings ist es vor allem aus Zeitgründen nur bei der Filmprogramm-Reihe geblieben.... bis jetzt. Im Jahr 2002 sollte neben der Filmprogramm-Reihe auch noch ein Ableger wie beispielsweise das Poseidon-Portrait zu Schauspielern und anderen Filmschaffenden auf dem Markt gebracht werden. Auch bereits angefangene, umfangreichere Buch-Projekte wie zu den Alien-Filmen, sowie das Projekt Merchandise of the Dead liegen aus Zeitmangel seit Jahren auf Eis.

CL: Kann jeder Artikel beisteuern? Wie kann man Dich erreichen?

RK: Ja, natürlich. Jeder, der sich der «Vereinigung der uneigennützigen, selbstlosen Helfer der Pegasus-Filmprogramm-Reihe» anschließen möchte ist herzlich willkommen. Egal, ob jemand mal eine Kritik schreiben möchte oder seltene Infos oder Bildmaterial zur Verfügung stellen möchte. Ich bin für jede Unterstützung dankbar. Am besten erreicht mal mich über E-Mail (siehe hier).

CL: Dann hoffe ich, dass sich bald noch mehr selbstlose Helfer für Dein Filmprogramm finden werden und - passend zum vor einigen Monaten erschienenen fünfzigsten Pegasus-Filmprogramm - wünsche ich Dir noch viel Erfolg bei den nächsten fünfzig Programmheften. Vielen Dank für das Interview.

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