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50 Jahre Kult im Schnelldurchlauf

50 Jahre Kult: Famous Monsters of Filmland
Ein Artikel von Christian Lorenz

Mit Famous Monsters of Filmland legten James Warren und Forrest J. Ackerman 1958 den Grundstein für eine neue Literatursparte: das Monsterfilm-Magazin. Dabei stammt die ursprüngliche Idee hierzu aus Frankreich, in dem auch weltweit die ersten Bücher zum «Phantastischen Film» wie Images de la Science-Fiction vom Autorengespann Jacques Siclier und André S. Labarthe oder Michel Laclos' Le Fantastique au Cinema geschrieben wurden. Ackerman erwarb hier im Land der Weine und Gourmets während einer Dienstreise an einem Kiosk eine Sonderausgabe des Magazins Cinema 57, welche sich ausschließlich mit Horrorfilmen auseinandersetzte. Diese legte er seinem Verleger Warren vor und die beiden entwickelten ein Konzept für ein Magazin, das sich mit den gerade im Fernsehen sehr populären Horrorklassikern beschäftigen sollte. Famous Monsters of Filmland war geboren... zunächst als einmaliger One-Shot.

Als im Januar 1958 Famous Monsters of Filmland erstmalig veröffentlicht wurde, konnten weder Warren noch Ackerman erahnen, wie positiv die Resonanz auf ihre Publikation ausfallen würde. Die 150.000 Exemplare der Erstauflage waren schnell vergriffen, so dass eine zweite Auflage von weiteren 117.305 Exemplaren folgte. Es war offensichtlich, dass man eine Marktlücke entdeckt hatte - und Famous Monsters of Filmland eine realistische Chance hatte, als Magazinreihe statt als einmaliger One-Shot zu bestehen. Da James Warren zum Herausgeben der zweiten Ausgabe auf den Verkaufserlös des Debütheftes  angewiesen war, der ihm recht lange vom Vertrieb -  der Kable News Company in Chicago - vorenthalten wurde, ging die #2 des ersten Monsterfilm-Magazins erst zehn Monate später an den Start.

Während bei diesen beiden Heften noch Herausgeber James Warren höchstpersönlich unter einfachen Gruselmasken auf den Titelseiten posierte, verwendete man schon ab der dritten Ausgabe eine jener handgezeichneten Illustrationen, für die Famous Monsters berühmt werden sollte. Namhafte Künstler wie Basil Gogos, Ken Kelly oder Ron Cobb steuerten bald regelmäßig Covermotive bei, und hin und wieder landeten auch Motive auf dem Cover, die von nicht weniger talentierten Fans ins Famous Monsters-Hauptquartier nach Horrorwood, Karloffornia gesendet wurden.

In erster Linie richtete sich Famous Monsters an Kinder und Jugendliche - daher legte man stets weniger Wert auf seriösen Journalismus, sondern auf humorvolle Texte und jede Menge Bildmaterial. Dieses stammte zum großen Teil aus der gigantischen Sammlung des Chefredakteurs, so dass die Artikel nicht nur mit offiziellen Pressebildern und Plakaten geschmückt werden konnten, sondern häufig auch mit seltenen Fotografien, die Einblicke hinter die Kulissen der vorgestellten Filme gewährten und in keiner anderen Publikation abgedruckt wurden. Besprochen wurden Genrefilme von der Stummfilmzeit bis zum Datum der aktuellen  Ausgaben, Stars und Sternchen des «Phantastischen Films» wurden vorgestellt und auch die junge Leserschaft durfte sich in Rubriken wie «Fang Mail» oder «Wanted! More readers like...» zu Wort melden.

Famous Monsters & Monster World

Was nicht in Famous Monsters of Filmland abgedruckt wurde, konnte «Uncle Forry» (wie Ackerman von seinen Fans gerne genannt wurde) in Schwesterpublikationen wie Spacemen, Monster World, Screen Thrills Illustrated oder auch in Sonderausgaben wie dem Famous Monsters Star Wars Spectacular verwenden. In den 1960er Jahren erblickten sehr viele ganz ähnlicher Magazinreihen das Licht der Welt - mehrere sogar bei Warren Publishing, um der Konkurrenz die Leserschaft abzugraben - und genauso viele wurden nach spätestens einigen Jahren wieder eingestellt. Von 1962 bis 1971 gab es weiterhin Famous Monsters Fearbooks, dabei handelte es sich um jährliche Sonderausgaben mit den besten Artikeln eines Jahrgangs. Drei Taschenbücher mit dem Titel Famous Monsters Strike Back rundeten das umfangreiche Verlagsprogramm ab... auch wenn selbst hier wieder nur alte Artikel neu aufbereitet präsentiert wurden.

In den 1970er Jahren war die Blütezeit des Magazins langsam vorüber, und allmählich stellten sich Probleme hinter den Kulissen von Warren Publishing ein. Zunächst einmal verwirrte man die Leserschaft, indem man kurzerhand einen Sprung von der 69. Ausgabe (September 1970) zur 80. Ausgabe (Oktober 1970) machte. Als recht obskuren Grund gab man an, dass man sich mit dieser Maßnahme schneller der 100. Jubiläumsausgabe nähern wollte und rechnete einfach die zehn Ausgaben von Monster World dazu, die ja eigentlich «auch Famous Monsters-Ausgaben waren». Dabei war dieses Schwestermagazin bereits seit nicht weniger als vier Jahren eingestellt! In diesem Jahrzehnt änderte sich auch allmählich das Programmangebot der Fernsehstationen. Die «Shock Specials» verschwanden nach und nach und auch die Filmindustrie lieferte nicht viel neues Futter, über das es zu berichten lohnte. Infolgedessen fanden sich immer öfter Nachdrucke von Artikeln aus älteren Ausgaben in Famous Monsters of Filmland wieder, sehr zum Ärgernis der alteingesessenen Leserschaft. Als James Warren sich aufgrund einer Erkrankung nicht mehr um Warren Publishing kümmern konnte, war das Ende von Famous Monsters besiegelt: 1983 kam nach 191 Ausgaben das Aus.

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Pranke #35

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