
Ein Traum von einem Buch nennt sich The Gamera Chronicles - The History of Daiei Fantastic Movies, 1942-1996. Der Titel dieses knapp 230-seitigen, A5-formatigen Werkes sagt eigentlich alles über den Inhalt aus. Da es sich um ein japanisches Buch handelt sei erwähnt das es relativ wenig Text, dafür aber jede Menge Fotos und Poster zu sehen gibt. Ein Grossteil ist in schwarz-weiß. Der Farbteil umfaßt etwa fünfzig Seiten. Recht pervers sind vier Seiten über Anime und Realfilmtentakelhorror mit viel nacktem Fleisch. Aufgearbeitet wird einfach das gesamte Hors d'Oeuvre an phantastischen Filmen der Toho-Konkurrenzfirma Daiei. Neben den üblichen Geister-und Fantasyfilmen gibt es natürlich viel von den Aushangschildern Majin und Gamera zu bestaunen.In derselben Aufmachung, nur drei Jahre früher erschienen ist The Godzilla Chronicles - The History of Toho Fantastic Movies, 1935-1993. Gleiches Format und ebenfalls fast 230 Seiten. Die Aufmachung ist identisch mit obigem Buch, nur etwas weniger Erotik. Hier gibt es viele wunderschöne farbige Abbildungen von Plakaten und Figuren all unserer Toho-Lieblinge, wovon Godzilla nur einer unter vielen ist. Das dritte Buch in dieser Reihe nennt sich The Super Heroes Chronicles - The History of Japanese Fantastic Televisions, Movies and Videos 1957-1995. 224 Seiten mit zahlreichen Fotos von Helden in Unterwäsche. Es wäre von Vorteil, wenn man einen japanischen Dolmetscher kennt, der einem die unzähligen Superhelden-Namen übersetzt. Vom Sehen her kennt man nur einen Bruchteil wie Kamen Rider oder Ultraman. Bleiben wir noch etwas bei Daiei und Toho. Ebenfalls Mitte der 90er Jahre im selben Verlag erschienen sind die beiden Bücher Distributed by Toho - Special Effects Movies 1954-1994 und Daiei Special Effects Movies. Das Toho-Buch mit 116 Seiten (Daiei-Buch 84 Seiten) ist natürlich das umfangreichere. Es gibt wenig Neues gegenüber den eingangs erwähnten Büchern. Nur das Format ist A4. Wieder gibt es wunderschöne (ein Drittel in Farbe) Monstermotive und etliche Plakate sowie Merchandise zu sehen.

Aus Spanien kommt das nette A5-Buch Godzilla Y Compania (1988). Angel Sala stehen 240 Seiten zur Verfügung, die er voll ausnützt. Neben den üblichen japanischen Monstern à la Majin, werden auch die US-Vorbilder von Gertie bis hin zu Tarantula kurz erwähnt. Ausgesuchte schöne Monstermotive runden das ganze ab. Godzilla contra Gamera kommt aus Italien und weist zumindest ein wundervolles farbiges Hochglanzcover auf. Der Autor des 1997 erschienen Tributes ist Michele Romagnoli. Er ist des weiteren verantwortlich für das erste erschienene Buch über Lucio Fulci, L'Occhio del Testimone - Il Cinema di Lucio Fulci (1992). Auf etwas mehr als hundert Seiten wird ein Film nach dem anderen kurz vorgestellt. Dazu werden eher unscharfe Fotos gereicht, die man noch dazu in und auswendig kennt. Der ungewöhnliche zweite Buchteil besteht fast nur noch aus Comics und Risszeichnungen der diversen Monster. Noch schwächer ausgefallen ist das 1998 veröffentlichte Taschenbuch Creature D'Oriente von Alberto Corradi und Maurizio Ercole. Viel Text, wieder einmal nur bestehend aus einer Abhandlung eines Filmes nach der anderen, und einige wenige schwarz-weiß Fotos von Godzilla bis Zeiram.
Bereiten wir uns nun aber auf das ultimative Buch aus Italien vor. Fant'Asia ist deshalb so gut geworden, weil mein Bekannter und noch dazu der italienische Godzillafan Max Della Mora als Co-Autor diese 320-seitige Schwarte zusammen mit Riccardo Esposito und Massimo Monteleone verbrochen hat. Max war der Herausgeber des Fanzines Gorezilla (1988 - 1991). Zunächst auf italienisch (# 0-2), dann auf englisch (neue # 1-2) verfaßt gab es auf weniger als 20 Seiten Berichte über obskure Trash-und Horrorflicks. Jedoch auf jedem Cover war ein gezeichneter Godzilla zu sehen. Ich habe damals mitgearbeitet, ebenso wie andere Genre-Ikonen (z.B. Peter Blumenstock und Craig Ledbetter). Fant'Asia deckt alle Bereiche des asiatischen Kinos ab. Zu Beginn werden einzelne Genres, Firmen, Schauspieler und Regisseure aus Japan vorgestellt. Es folgen Hongkong, China, Philippinen und Indonesien. Etwas kürzer abgehandelt werden Korea, Malaysien, Thailand und Taiwan. Abgerundet wird das ganze durch ausgesuchte Fotomotive und viele Filmographien. Sogar ein deutsches Aushangfoto von Godzillas Todespranke fehlt nicht. Leider gab es das Buch nur auf italienisch.
Zur selben Zeit erschienen ist Asian Trash Cinema: The Book von Thomas Weisser. Er und Craig Ledbetter waren die Herausgeber der Magazine Asian Trash Cinema, Asian Cult Cinema und European Trash Cinema. Das Buch reiht in alphabetischer Folge hunderte asiatischer (hauptsächlich Hongkong) Schundfilme auf. Vor allem Horror-und Gangsterfilme werden mit kurzem Inhalt und einer ebenso kurzen Besprechung aufgelistet. Ca. 190 A5 Seiten und einige Dutzend S/W-Fotos. Noch interessanter ist das nächste Lexikon von Thomas und Yuko Mihara Weisser: Japanese Cinema Encyclopedia: Horror, Fantasy, Science Fiction. Im selben Stil wie obiges Buch gehalten, nur diesmal mit einem Umfang von 325 Seiten. Das Vorwort stammt von keinem geringeren als «Natural Born Killer» Oliver Stone. Jeder noch so obskure japanische Genrefilm wird hier besprochen, auch die legendäre Guinea Pig-Serie fehlt nicht. Dazu Jahresangabe, Originaltitel, Regisseur und Darsteller sowie eine Bewertung mit einem bis vier Sternchen. Diesmal auch mehr Fotos, unter anderem ein wahrhaft krankes Motiv von einer Frau mit nacktem Oberkörper. Aus ihren Brüsten schießt sie zwei riesige Fontänen mit Muttermilch auf ihre Gegner (Female Ninjas:Magic Chronicles). Muss ich noch mehr sagen? Ein Pflichtkauf für alle die nicht nur ausschließlich auf Kaiju Eiga Filme stehen.

Ein beinahe reines Textbuch ist Age of Gods: A History of the Japanese Fantasy Film. Es handelt sich hier um eine Privatpublikation in einer kleinen Auflage von 1996. Autor ist Guy Mariner Tucker (Ultrafan-Herausgeber). 266 intelligent geschriebene Seiten, von der Vorgeschichte (A-Bombe) bis zum Tod von Godzilla. Hier wird jeder zufriedengestellt, der etwas anspruchsvollere Genreliteratur lesen möchte. Keine Angst: dies ist kein Hirnwichserbuch geworden! Der kleine Fototeil zeigt uns Privatfotos des Autors, die er von Legenden wie Honda, Ifukube, Nakajimo oder Kurosawa gemacht hat (auf etlichen ist der Autor mit von der Partie). Das Vorwort hat August Ragone geschrieben. Noch besser gelungen ist es Stuart Galbraith IV. 1994 erschien bei McFarland sein Buch Japanese Science Fiction, Fantasy and Horror Films. Nach dem Vorwort von Bill Warren (Keep watching the Skies!) geht es ans Eingemachte. Alle wichtigen Filme werden nach Erscheinungsdatum gereiht und ausführlich besprochen. Von Rashomon (1950) bis Godzilla vs Mothra (1992). Der Höhepunkt ist die darauffolgende Filmographie, die sämtliche Stabangaben zu beinahe jedem je in Japan erschienenen Genrefilm enthält. Das ganze ist nach Firmen (Daiei, Nikkatsu, Shintoho, Shochiku, Toei, Toho, Tsuburaya Enterprises und kleinere) alphabetisch geordnet. Wie bei vielen McFarland-Büchern gibt es keine Fotos. 424 Seiten, Hardcover.
1998 folgte mit Monsters are Attacking Tokyo! des Autoren nächster Streich. Inhalt wie gehabt, aber die optische Aufmachung ist vom feinsten. Das Buch hat Querformat (bzw. Widescreen für die Lesemuffel) und bietet im Gegensatz zum McFarland-Buch massenhaft Fotos davon etliche seltene Motive. Es gibt Kapitel über Schauspieler, Interviews (z.B. mit «Starman»? Teruo Ishii) u.v.m. In den Danksagungen gibt es wieder das Who Is Who der Monsterexperten (Shoemaker, Godziszewski, Ragone, Tucker, Ackerman). Galbraith hat für etliche der besten Magazine wie Filmfax oder Cult Movies geschrieben. Natürlich gibt es noch eine Vielzahl an japanischen Publikationen, die ich vor allem wegen eines fehlenden englischen Titels nicht erwähnt habe. Auf der folgenden Seite gibt noch eine illustre kleine Auflistung an Magazinen, Fanzines und Büchern, die sich vorwiegend dem phantastischen asiatischen Filmen widmen.
Mein Mad Mags
- Chris:Spam ist auch...
- Yusnidar:ooooh ich will...
- Abcs:Good show...
- Chris:Echt? Also ich...
- dr.prankenstein:Ehrlich...
- Chris:Ja, und sogar...
- dr.prankenstein:Yeah, wir sind...
- Mario Hallhuber:Hallo aus...
- Dr.Prankenstein:Was für ein...
- Paul Naschy:just hanging...




vorherige Seite
