
Ein Neuer bei Fangoria
Es ist nichts Neues, dass Printmagazine mit dem Internet auf Kriegsfuss stehen. Bereits viele Genremagazine sind dem virtuellen Gegener in den vergangenen Jahren zum Opfer gefallen und dieser Trend wird sich leider wohl auch fortsetzen. Auch Fangoria knabbert seit einigen Jahren an den Entwicklungen der Neuen Medien und sinkenden Leserzahlen. Bislang scheiterten sämtliche Versuche, dem entgegenzuwirken. Vor etwa einem Jahr spendierte man dem Magazin ein moderneres Logo und verbannte den altbekannten «Filmstreifen» vom Cover. Musik und Comics fanden immer mehr Einzug in das Heft, natürlich zu Lasten von Horrorfilm-bezogenen Themen. Nicht zuletzt ist es auch die fehlende Objektivität der Redaktion, die immer wieder für Kopfzerbrechen unter den Lesern gesorgt hat - die Ausrichtung am Mainstream-Kino ist mittlerweile nicht mehr nur zwischen den Zeilen herauszulesen.
Als vor zwei Wochen die Webseite von Fangoria nicht mehr zu erreichen war, spekulierten bereits viele mit dem Ende des Magazins. Zur Erinnerung: erst im April vergangenen Jahres wurde das Science Fiction-Schwestermagazin Starlog eingestellt! Verschiedene Anzeichen sprachen dafür: über die Inhalte einer kommenden Ausgabe wurde nicht bekanntgegeben, und auch Ankündigungen des jährlichen Fangoria Weekend of Horrors sind ausgeblieben. Zeitgleich mit dem Abschalten der offiziellen Seite wurde auch die Facebook-Seite ausgeknipst.
Chris Alexander, bisher als Redakteur vom Konkurrenten Rue Morgue bekannt, hat nun Entwarnung gegeben. Er löst den seit zwanzig Jahren an der Spitze der Fangoria-Redaktion sitzenden Anthony Timpone von seinem Posten als Chefredakteur ab und wird fortan das Zepter übernehmen - und dem Magazin hoffentlich die Runderneuerungen im Print- und Onlinebereich verpassen, die schon seit Jahren überfällig sind. Managing Editor Michael Gingold wird ihm dabei zur Seite stehen.
Der Onlineauftritt Fangorias wird wohl noch einige Zeit ruhen und erst wieder reaktiviert werden, wenn das Boot sicherere Gewässer befahren hat. Momentan werden Besucher der Seite noch zu einem alternativen Blog verwiesen.
Mein Mad Mags
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