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20.11.09, Kategorie: Boulevard

Mammoth Encyclopedia of Horror

 

Im August vergangenen Jahres tauchte eine Meldung in amerikanischen Filmforen auf, die ein vierbändiges Referenzwerk über die Geschichte des Horrorfilmes unter dem Titel Robert Welles' Mammoth Encyclopedia of Horror ankündigte. Gleichzeitig rief man Sammler von Filmplakaten, Aushangfotos und jeglichem anderen Bildmaterial dazu auf, sich an der Entstehung der jeweils knapp eintausend Seiten umfassenden Bücher zu beteiligen - durch Lieferung digitaler Bilddateien (Scans der Originale) oder - noch besser - durch Einsendung der raren Stücke an eine New Yorker Adresse. Als Entschädigung für die Mühen winkte ein namentlicher Eintrag in der Enzyklopädie sowie ein signiertes Freiexemplar. Der Veröffentlichungstermin war für das Frühjahr 2010 angedacht.
 
The Mammoth Encyclopedia of HorrorAuf dem ersten Blick sicher eine tolle Sache... doch dank einiger Mitglieder des Classic Horror Film Board und ganz besonders Mirek Lipinski von Latarnia: Fantastique International konnten schnell einige Ungereimtheiten aufgedeckt werden. So waren web-weit weder Informationen zu dem Buch - welches alleine schon durch den Umfang einiges Aufsehen erregt hätte - noch zu dem angeblich «renommierten» Verfasser Robert Welles zu finden, einem Professor und Historiker, der sogar auf der in seiner Vita angegebenen Universität ein Unbekannter war. Des Rätsels Lösung: die Mammoth Encyclopedia of Horror einschliesslich ihres Autoren waren nicht mehr als Hirngespinste einiger «schwarzen Schafe», um günstig an seltene und hochpreisig gehandelte Originalstücke zu gelangen. Bereits kurz nach dem Auffliegen dieses «Schwindels» wurde die Webseite der Betrüger mit einer makabren «Todesmeldung» des Professors überarbeitet und ist mittlerweile nicht mehr zu erreichen.
 
Es ist bestimmt nichts Neues, dass hin und wieder Käufer mit wertlosen Reproduktionen von Plakaten oder Aushangmaterialien übers Ohr gehauen werden - gerade wenn solche Geschäfte über die bekannten Online-Auktionen abgehandelt werden - doch verblüffend ist an dieser neuen Masche der Aufwand, um Sammlern um ihre geliebten Schätze zu erleichtern. Dank der schnellen Aufklärung hält sich der Schaden in Grenzen, so hat wohl nur ein Mitglied des erwähnten Forums einige Lobbycards verloren. Bleibt nur die Warnung auszusprechen, niemals Originalstücke in fremde Hände zu geben...


Mein Mad Mags